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Paprika - Das Nationalgewürz der Ungarn

Paprikapulver wird aus Gewürzpaprika hergestellt. Er ist ein Nachfahre bzw. Züchtung des durch Kolumbus aus Amerika importierten Chili, den die dortigen Ureinwohner bereits seit mehreren tausend Jahren kultivierten.

Paprika, das rote Gold der Gewürzküche

Paprika ist das Nationalgewürz der Ungarn. Paprikapulver wird aus Gewürzpaprika hergestellt. Er ist ein Nachfahre bzw. Züchtung des durch Kolumbus aus Amerika importierten Chili, den die dortigen Ureinwohner bereits seit mehreren tausend Jahren kultivierten. Von den europäischen Seehandelszentren ausgehend verbreitete sich Chili in der ganzen Welt (davon ausgenommen war Europa) und über den Umweg über Indien schließlich mit den Osmanen in die Balkanstaaten, wo er durch gezielte Züchtungen ein immer milderes Aroma bekam und heute als Gewürzpaprika kultiviert wird. Neben Ungarn bauen auch Spanien und Portugal Gewürzpaprika in nennenswertem Umfang an.

Die Schärfegrade und Farbtöne der verschiedenen Sorten sind auf die Verarbeitung zurückzuführen. Während für den edelsüßen Paprika die hellen und scharfen Scheidewände entfernt werden verbleiben diese im mittelscharfen und scharfen Paprika entsprechend der gewünschten Schärfeintensität. Paprika als Gewürz ist ein Allrounder und passt zu sehr vielen Gerichten. Ob zu Fleisch, Fisch oder Gemüse, zu Steak, Braten, Soße oder Suppe, dem Einsatzgebiet sind keine Grenzen gesetzt. Unabdingbar ist es natürlich für das ungarische Gulasch.

Wie verwenden wir Paprika?

Paprika kann sowohl zum Mitgaren als auch zum Nachwürzen großzügig verwendet werden. Einzig beim Anbraten in der Pfanne in etwas Öl ist Vorsicht geboten. In diesem Fall kann Paprikapulver einen bitteren Geschmack entwickeln.

Bekannte Gerichte sind z.B. Gulasch, Gulaschsuppe, Paprikasuppe, Gänse-Pörkölt, Romesco-Soße, Chermoula oder Offal

Die verschiedenen Paprika-Arten im Überblick

Paprika wird aus getrockneten und gemahlenen Paprikaschoten (Capsicum annuum) gewonnen. Je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitung entstehen völlig unterschiedliche Gewürze. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Paprika-Sorten vor.

Paprika edelsüß – Der milde Klassiker

Paprika edelsüß ist die milde, fruchtig-süße Variante, die in keiner gut sortierten Küche fehlen darf. Hergestellt aus vollreifen, roten Paprikaschoten, überzeugt sie mit einer leuchtend roten Farbe und einem sanften, leicht süßlichen Aroma. Edelsüßer Paprika ist ideal für Gulasch, Suppen, Soßen, Marinaden sowie für die ungarische Küche schlechthin. Besonders beliebt ist er auch als Farb- und Geschmacksgeber für Geflügelgerichte und Eintöpfe.

Paprika geräuchert (dulce & picante) – Rauchiges Aroma

Geräucherter Paprika (spanisch: Pimentón) entsteht durch traditionelles Räuchern über Eichenholzfeuer. Diese Methode verleiht dem Paprika ein unverwechselbares, intensives Raucharoma – wie ein Hauch offenes Feuer und spanische Fincas. Wir bieten zwei Varianten an: Pimentón dulce (mild-süß, geräuchert) und Pimentón picante (scharf, geräuchert). Beide sind Grundpfeiler der spanischen Küche und perfekt für Paella, Chorizo, Pulpo a la Gallega, geräucherte Soßen oder Marinaden für Grillgemüse und Fleisch.

Paprika mittelscharf – Die goldene Mitte

Für alle, die es etwas würziger mögen, aber keine allzu große Schärfe wünschen, ist mittelscharfer Paprika die ideale Wahl. Er liegt geschmacklich zwischen edelsüß und scharf – mit einer angenehmen, pikanten Wärme, die Gerichte abrundet, ohne sie zu dominieren. Perfekt für Eintöpfe, Schmorgerichte, Lamm oder Rind sowie für deftige Fleischsoßen.

Paprika scharf – Für Liebhaber der Schärfe

Scharfer Paprika wird aus schärferen Paprikasorten (z. B. Cayenne oder ähnliche Varietäten) hergestellt. Er bringt eine kräftige, feurige Schärfe mit, die Gerichte ordentlich aufpeppt. Hier ist sparsame Dosierung angesagt. Ideal für scharfe Gulaschvarianten, Chili con Carne, scharfe Marinaden oder die mexikanische Küche.

Paprika spanisch 160 ASTA – Die Qualitätsreferenz

Die Bezeichnung spanischer Paprika 160 ASTA steht für höchste Qualität. Der ASTA-Wert (American Spice Trade Association) misst die Farbintensität eines Paprikas. Ein Wert von 160 bedeutet eine besonders kräftige, leuchtend rote Farbe – ein Zeichen für vollreife, hochwertige Schoten und eine schonende Verarbeitung. Dieser Paprika ist besonders aromatisch und farbkräftig, ideal für Gerichte, bei denen die Optik eine große Rolle spielt, sowie für hochwertige Wurst- und Fleischwaren.

Paprikaflocken – Struktur und Aroma pur

Paprikaflocken sind grob zerkleinerte, getrocknete Paprikaschoten – kein feines Pulver, sondern kleine, flockige Stücke. Sie eignen sich hervorragend zum Würzen von Pizza, Pasta, Salaten, Eierspeisen oder als Topping auf Suppen. Besonders beliebt sind sie auch in der mediterranen Küche. Paprikaflocken geben nicht nur Geschmack, sondern auch eine ansprechende optische Struktur.

Niora Paprika – Das spanische Geheimnis

Ñora-Paprika (auch „bola“ oder „choricero“ genannt) ist eine ganz besondere Spezialität. Die Ñora ist eine kleine, runde, rote Paprikasorte, die ursprünglich aus Spanien stammt. Sie wird getrocknet und oft zu einem milden, leicht süßlichen Paprika verarbeitet, der eine leichte Bitterkeit und ein tiefes, komplexes Aroma besitzt. Ñora ist unverzichtbar in der spanischen Küche – insbesondere für traditionelle Gerichte wie Caldereta (Lamm-Eintopf), Marmitako (Fisch-Eintopf) oder echte Paella. Anders als normaler Paprika wirkt Ñora weniger „pulvrig“ und verleiht eine samtige Textur.

Drei Rezepte mit Paprika

Jetzt wird es praktisch. Hier sind drei Rezepte, die die ganze Bandbreite dieses großartigen Gewürzes zeigen – von mild-süß bis scharf.

Ungarisches Rindergulasch mit edelsüßem und scharfem Paprika

Zutaten (für 4 Personen):

  • 800g Rinderschulter (oder Rinderwade)
  • 3 große Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Paprika edelsüß
  • 1 EL Paprika scharf (nach Geschmack)
  • 1 TL Kümmel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Tomatenmark
  • 500ml Rinderbrühe
  • 2 Paprikaschoten (rot, gewürfelt)
  • 2 Tomaten (gewürfelt)
  • Salz, Pfeffer
  • Öl zum Anbraten

Zubereitung:

  1. Fleisch in ca. 3 cm große Würfel schneiden, Zwiebeln und Knoblauch fein hacken.
  2. Öl in einem Bräter erhitzen, Fleisch kräftig anbraten. Zwiebeln und Knoblauch zugeben, mitbraten.
  3. Tomatenmark einrühren, dann vom Herd nehmen. Paprika edelsüß und scharf einrühren (nicht verbrennen lassen, sonst bitters!).
  4. Mit Brühe ablöschen, Lorbeer, Kümmel, Salz, Pfeffer zugeben. Zugedeckt 1,5–2 Stunden sanft köcheln lassen.
  5. Paprikaschoten und Tomaten zugeben, weitere 30 Minuten garen. Abschmecken. Dazu passen Salzkartoffeln, Knödel oder Brot.

Spanische Patatas Bravas mit geräuchertem Paprika (Pimentón)

Zutaten (für 4 Personen):

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • Olivenöl
  • Salz

Bravas-Soße:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Pimentón dulce (geräucherter Paprika mild)
  • 1 TL Pimentón picante (geräucherter Paprika scharf)
  • 1 Dose Tomaten (gestückelt, 400g)
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Sherryessig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen, in mundgerechte Würfel schneiden. In reichlich Olivenöl goldbraun frittieren (ca. 10-12 Minuten). Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  2. Für die Soße Zwiebel und Knoblauch fein hacken, in Olivenöl glasig dünsten.
  3. Tomatenmark und beide Pimentón-Sorten einrühren, kurz mitrösten.
  4. Tomaten, Zucker, Essig zugeben, 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Kartoffeln mit der Bravas-Soße servieren. Dazu passt Baguette oder Ali-Oli.

Spanische Paella mit Ñora-Paprika und geräuchertem Paprika

Zutaten (für 4 Personen):

  • 300g Hähnchenfilet (in Stücken)
  • 200g Chorizo (in Scheiben)
  • 200g Garnelen (geschält)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 reife Tomaten (gerieben)
  • 1 TL Ñora-Paprika (oder 2 eingeweichte Ñora-Schoten, püriert)
  • 1 TL Pimentón dulce (geräucherter Paprika mild)
  • 250g Rundkornreis (z. B. Bomba oder Calasparra)
  • 800ml heiße Hühnerbrühe
  • 1 Prise Safran
  • 100g Erbsen
  • Zitronenspalten
  • Olivenöl
  • Salz

Zubereitung:

  1. Niora-Paprika (falls Pulver) ohne Fett kurz in der Pfanne rösten (Achtung: schnell bitter!).
  2. In einer großen Paella-Pfanne Olivenöl erhitzen, Hähnchen anbraten, herausnehmen. Chorizo kurz anbraten, herausnehmen.
  3. Zwiebel und Knoblauch im Bratfett glasig dünsten, Tomatenmark und Pimentón dulce einrühren.
  4. Reis zugeben, kurz mitrösten. Ñora-Paprika unterrühren.
  5. Heiße Brühe und Safran angießen, Hähnchen zurücklegen. Bei mittlerer Hitze 10 Minuten köcheln lassen (nicht rühren!).
  6. Chorizo, Garnelen und Erbsen auf dem Reis verteilen. Weitere 8-10 Minuten köcheln lassen, bis der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat.
  7. Kurz ruhen lassen („reposar“). Mit Zitronenspalten servieren.

Fazit: Paprika – Ein Gewürz mit Charakter

Ob mild-süßer Paprika edelsüß, intensiv-rauchiger Pimentón, feurig-scharfer Paprika oder die spezielle Ñora-Variante – Paprika ist ein Gewürz mit unendlich vielen Gesichtern. Es verfeinert Eintöpfe, Grillgerichte, Soßen, Wurstwaren, Meeresfrüchte und Gemüse auf einzigartige Weise. Wir beraten Sie gern!